Anwendungsleitfaden für Reparaturwerkstoffe
Eine belastbare Reparaturvorbereitung beginnt mit der vollständigen Erfassung von Bauteil, Substrat, Schadensbild, Betriebsbedingungen und Verarbeitungssituation. Dieser Leitfaden unterstützt Sie dabei, die relevanten Angaben für die technische Prüfung durch ZDSChem strukturiert zusammenzustellen.
01 | Aufgabe definieren
Reparaturzone, Bauteil und gewünschtes Ergebnis festlegen
Beschreiben Sie das betroffene Bauteil, die genaue Position der Reparaturzone, ihre Zugänglichkeit und die vorgesehene Funktion nach der Reparatur. Ordnen Sie die Aufgabe zunächst einem grundlegenden Reparaturziel zu. Die vorläufige Zuordnung unterstützt die technische Prüfung, ersetzt jedoch keine anwendungsbezogene Werkstoffauswahl.
01
Metall aufbauen, Materialverlust
ausgleichen oder ein Maß wiederherstellen
02
Metallbauteile strukturell verbinden
03
Rohrleitungen durch Wicklung oder
Laminierung verstärken
04
Oberflächen gegen Verschleiß, Erosion oder
Korrosion schützen
05
Feuchte oder eingetauchte Bereiche
reparieren
06
Bewitterte Außenflächen beschichten
07
Gummi, Elastomere und flexible Bauteile
instand setzen
02 | Grundmaterial prüfen
Substrat und vorhandenen Oberflächenaufbau vollständig erfassen
Das Substrat ist das Grundmaterial, auf dem Reparaturwerkstoff oder Beschichtung haften sollen. Benennen Sie das Material so genau wie möglich und dokumentieren Sie zusätzlich den sichtbaren Oberflächenaufbau. Bei Verbundwerkstoffen sind Bauteilart und Aufbau besonders relevant.
Metall, GRE, GRP, FRP, Gummi oder andere
Elastomere
Rohrleitung, Laminat oder Strukturbauteil
bei Verbundwerkstoffen
Vorhandene Beschichtungen, Auskleidungen
und ältere Reparaturstellen
Korrosionsprodukte, Rückstände und
sonstige Verschmutzungen
Trockene, feuchte oder dauerhaft
eingetauchte Oberfläche
Übergänge zwischen unterschiedlichen
Materialien
03 | Schaden dokumentieren
Schadensbild und vermutete Ursache getrennt festhalten
Das sichtbare Schadensbild und seine vermutete Ursache sind getrennt zu betrachten. Dokumentieren Sie zunächst die erkennbaren Veränderungen am Bauteil und kennzeichnen Sie angenommene Ursachen ausdrücklich als Vermutung. Übersichtsaufnahmen, Detailfotos mit Maßstab, Zeichnungen und Spezifikationen ergänzen die technische Beschreibung.
01
Position, Länge, Breite, Durchmesser und
betroffene Fläche
02
Tiefe, verbleibende Wandstärke und
Materialverlust, soweit bekannt
03
Risse, Leckagen, Ablösungen und
Verbindungsprobleme
04
Korrosion, abrasiver Verschleiß, Erosion
Kavitation oder Partikelaufprall
05
Schäden an Förderbändern, Auskleidungen
Walzen und Schläuchen
06
Entwicklung des Schadens seit der letzten
Kontrolle
04 | Belastungsprofil erfassen
Temperatur, Chemikalien, Druck und Feuchtigkeit gemeinsam bewerten
Ein einzelner Temperatur- oder Druckwert beschreibt die Anwendung meist nicht vollständig. Erfassen Sie Normalbetrieb, bekannte Belastungsspitzen und den Anlagenstillstand getrennt. Entscheidend ist das Zusammenwirken von Temperatur, Medienkontakt, Druck, Feuchtigkeit und mechanischer Belastung.
Temperatur
Betriebs-, Bauteil- und Umgebungstemperatur sowie Spitzenwerte
Medien und Chemikalien
Bezeichnung, Konzentration und Kontaktart
Druck: Betriebsdruck, Druckänderungen und
druckloser Zustand
Feuchtigkeit
trocken, feucht, kondensierend oder eingetaucht
Eintauchen: Medium und Dauer des Kontakts
Mechanische Belastung
Verschleiß, Erosion, Kavitation und Partikelaufprall
05 | Vorläufig zuordnen
Reparaturaufgabe einer passenden ZDSChem-Produktfamilie zuordnen
ZDSChem-Produktfamilien werden nach ihrer bestätigten Hauptaufgabe vorsortiert. Treffen mehrere Belastungen zusammen, prüfen wir das gesamte Anforderungsprofil aus Substrat, Schadensbild, Betriebsbedingungen und Verarbeitungssituation.
ZDS-MetalRebuild™
Für Metallaufbau, Kaltschweißreparatur, Legierungsreparatur, Maßwiederherstellung und strukturelles Kleben.
ZDS-CompositeWrap™
Für Composite-Wicklung, Laminierung und Verstärkung von Metall- und GRE/GRP/FRP-Rohrleitungen sowie Laminatreparaturen.
ZDS-CeramicArmor™
Für keramisch gefüllte Reparaturen und Schutzbeschichtungen bei Verschleiß, Erosion, Kavitation und Partikelaufprall.
ZDS-AquaShield™
Für Reparaturen auf feuchten Oberflächen und an eingetauchten Bauteilen. Die konkrete Eignung bleibt anwendungsbezogen.
ZDS-FluidGlide™
Für Hochtemperatur-Barrieren, Korrosionsschutz, Innenauskleidungen und reibungsarme Deckbeschichtungen.
ZDS-PolyAspartic™
Für witterungs- und UV-beständige Schutzbeschichtungen an Außenflächen, Rohrleitungen und Offshore-Anlagen.
ZDS-RubberElast™
Für die Reparatur von Gummi, Elastomeren und flexiblen Bauteilen einschließlich ergänzender Oberflächenbehandlung.
06 | Einsatzort planen
Oberflächenvorbereitung und Verarbeitungssituation vorbereiten
Vor Arbeitsbeginn muss feststehen, unter welchen Bedingungen das Material vorbereitet, gemischt, aufgetragen und ausgehärtet werden kann. Prüfen Sie Zugang, Arbeitsbereich, verfügbare Hilfsmittel sowie Umgebungs- und Bauteiltemperatur. Feuchtigkeit und mögliches Eintauchen sind gesondert zu berücksichtigen.
Zugang zur gesamten Reparaturzone und
verfügbare Arbeitsfläche
Kontrollierte Materialbereitstellung und
Mischung
Vorgesehene Auftrags- oder Laminiermethode
Zwischenkontrollen während der
Verarbeitung
Schutz der Reparaturzone während der
Aushärtung
Verfügbare Zeit zwischen Stilllegung
Verarbeitung und Wiederinbetriebnahme
07 | Arbeitsschritte organisieren
Ausführung und Prüfpunkte nachvollziehbar dokumentieren
Eine einheitliche Dokumentation erleichtert die Abstimmung zwischen Instandhaltung, ausführendem Personal und technischer Prüfung. Die konkrete Arbeitsanweisung richtet sich nach Produkt und Anwendung. Mischungsverhältnis, Verarbeitungszeit, Schichtaufbau und Aushärtungsbedingungen sind ausschließlich den bestätigten Produktinformationen zu entnehmen.
Ausgangszustand, Maße, Fotos und
Betriebszustand festhalten
Oberflächenzustand mit den
produktspezifischen Anforderungen abgleichen
Produktidentität, Komponenten und
Hilfsmittel kontrollieren
Verarbeitung, Zeitpunkt
Umgebungsbedingungen und Vorgaben dokumentieren
Aufbau und sichtbare Abweichungen während
der Arbeit erfassen
Ergebnis mit den projektspezifischen
Bewertungskriterien vergleichen
08 | Prüfziel festlegen
Musterprüfung oder Kleinserienvalidierung gezielt vorbereiten
Wenn die Werkstoffeignung noch nicht ausreichend geklärt ist, kann eine Muster- oder Kleinserienprüfung sinnvoll sein. Formulieren Sie zunächst die technische Frage und beschreiben Sie Prüfsubstrat, Oberflächenzustand, Schadensnachbildung und geplante Bewertung. Eine begrenzte Prüfung ist keine allgemeine Eignungs- oder Reparaturfreigabe.
Technische Prüfung
Reparaturaufgabe mit ZDSChem technisch abstimmen
Übermitteln Sie Bauteildaten, Schadensfotos und Betriebsbedingungen, wenn Sie eine Produktfamilie eingrenzen oder die nächsten Prüfschritte festlegen möchten. ZDSChem bewertet die Angaben im Zusammenhang mit der vorgesehenen Anwendung und stimmt die weitere technische Prüfung mit Ihnen ab.
FAQ
Häufig gestellte Fragen
Benötigt werden mindestens Bauteil, Substrat, Schadensart, Reparaturziel und Verarbeitungssituation. Ergänzend sind Temperatur, Chemikalien, Druck, Feuchtigkeit oder Eintauchen sowie Verschleiß und Kavitation relevant, sofern diese Belastungen auftreten.
Benennen Sie das Grundmaterial sowie vorhandene Beschichtungen oder Auskleidungen. Erfassen Sie Position, Länge, Breite, Tiefe und Materialverlust, soweit bekannt. Übersichtsfotos, Detailaufnahmen mit Maßstab und vorhandene Zeichnungen ergänzen die Dokumentation.
Relevant sind Betriebs-, Bauteil- und Umgebungstemperatur, Medienkontakt, Chemikalien, Druck, Feuchtigkeit, Kondensation und Eintauchen. Unterscheiden Sie Normalbetrieb, Belastungsspitzen und Stillstand, damit wechselnde Bedingungen erkennbar werden.
Beschreiben Sie, ob die Oberfläche feucht, zeitweise eingetaucht oder dauerhaft unter Wasser ist. Nennen Sie Kontaktmedium, Zugänglichkeit, Substrat und Zustand während der Verarbeitung. ZDS-AquaShield™ kann für solche Aufgaben vorgeprüft werden; die konkrete Eignung bleibt anwendungsbezogen.
Die erste Zuordnung erfolgt nach dem Reparaturziel: Metallaufbau, Composite-Verstärkung, keramischer Verschleißschutz, Feucht- oder Unterwasserreparatur, Temperatur- und Korrosionsschutz, Außenbeschichtung oder Elastomerreparatur. Anschließend werden Substrat, Schadensbild und Betriebsbedingungen gemeinsam geprüft.
Prüfen Sie Produktidentität, Oberflächenzustand, Umgebungsbedingungen und die bestätigten produktspezifischen Vorgaben. Dazu gehören je nach Produkt Mischungsverhältnis, Verarbeitungszeit, Schichtaufbau und Aushärtungsbedingungen. Werte dürfen nicht von anderen Produkten oder allgemeinen Erfahrungen übertragen werden.